Forum

Bebauung der Wehrmühle

Margitta Mächtig

Biesenthal

21.02.17, 22:37

Hallo Phillip, sicher werden sich zu gegebener Zeit auch weitere Stadtverordnete zu Wort melden, oder wen meinen Sie mit "offizielle der Stadt"? Den Bürgermeister? Natürlich wäre die Diskussion interessanter, wenn sich auch Jene zu Wort melden, die diesem Aufstellungsbeschluss zugestimmt haben, weil dann die FÜR und WIDER fachlich, sachlich diskutiert werden können.
Was mich momentan bewegt ist die Formulierung "Abrundung dieser Splittersiedlung". Und die bisherigen Wortmeldungen machen es ja deutlich, diese Siedlung hat in ihrer jetzigen Beschaffenheit noch hinreichende Potenziale zur Sanierung und damit der Kleinodgestaltung. Dazu gehört zweifelsfrei das Hauptgebäude mit seiner Fassade ebenso wie das Nebengebäude. Auch eine Aufwertung der bereits vorhandenen bebauten Flächen läßt hinreichende Initiativen zu.
Die Frage, die wir Biesenthaler uns stellen sollten ist doch, ob und welchen Sinn es macht hier weitere Wohnbebauung zuzulassen, die zu deutlich mehr Daseinsaufgaben auch der Stadt führen werden.
Und damit verbindet sich zwangsläufig die Aufgabe der Stadt darüber nachzudenken, welche Entwicklung wollen wir für unsere Naturparkstadt?
Diese Frage soll die öffentliche Diskussion um ein Leitbild für die Stadt beantworten, zu der ich schon heute alle Biesenthalerinnen und Biesenthaler einlade. Ohne die Beantwortung dieser Frage werden wir lediglich zu Einzellösungen, -entscheidungen nach jeweiliger Antragslage kommen, ohne eine eigene Vision für die Zukunft der Stadt verfolgen zu können.
Wir sind also alle gefragt, nicht nur "die Offiziellen".

Ilona Bartlick

Wehrmühlenweg 7

18.02.17, 13:18

Man, man lässt doch mal die schöne Wehrmühle mit all Ihrer Natur und Tieren in Ruhe. Schon mal überlegt warum es in der Wehrmühle 2 Abrisshäuser gibt? Weil Herr Hecken 14 Jahre nichts machen ließ? Wäre es nicht angebrachter das er erstmal sein Haus in Ordnung bringt und die Fassade endlich machen lässt?
mfg Bewohner der Wehrmühle

Phillip

Biesenthal

18.02.17, 09:31

Wenn es der Wahrheit entspricht, dass sich eine selective Gruppe von Entscheidungsträgern bei Herrn H, abends getroffen hat um sich zu beraten, dann ist das entweder naiv oder .............. (naja. lieber nicht ausschreiben).
Viel aussagekräftiger ist allerdings die Tatsache das sich bisher kein "offizieller" der Stadt hier dazu geäussert hat.
Vielleicht lässt sich ja alles ganz logisch und einfach aufklären.
Also ich denke mal das diese Angelegenheit noch Kreise ziehen wird.

P.B.

Biesenthal

17.02.17, 08:36

Kennt jemand die zugelassene Tragfähigkeit beider Brücken? Für mich ist das nicht ungewöhnlich wenn die Fahrbahndecke absackt..
Die bei uns eingesetzten Entsorgungsfahrzeuge haben ein Gesamtgewicht von 26t

P.B.

Biesenthal

17.02.17, 02:19

Endlich kommt die Diskussion in gang.
Wenn es stimmen sollte, daß ein Teil der SV mit dem Bürgermeister am Vorabend der Beschlußfassung sich bei Herrn Hecken trafen, dann ist der Verdacht der Beeinflussung sehr warscheinlich. Das ist für mich eine nicht zulässige Beeinflussung, die ich nur aus schlechten Filmen kenne. In diesen Filmen wird das als kriminell bezeichnet.
Welche Möglichkeiten gibt es, den Wahnsinn der unsinnigen Bebauung entgegen zu treten ?

@ Steffi, ich glaube auch, das das Flurstück 284 nicht Herrn Hecken gehört. Diese Häuser sind bewohnt und wurden mit einem großen Aufwand liebevoll hergerichtet. In seinem Planvorhaben im Schreiben vom 30.09.2016 steht jedoch, "Flurstück 284 vollständig, bebaut mit abrissreifen Wohnhaus und Nebenanlagen, im rechtsgültigen FNP (Flächennutzungs Plan) bereits Bestandteil des SO (Sondergebiet) Wehrmühle".
Auch Wehrmühlenweg 11 wird als baufälliges Wohnhaus und Nebenanlage, bezeichnet. Der Antrag von Herrn Hecken ist mit Unwahrheiten gespickt.und die SV bemerken das nicht ?

@ Mitbewohner der Wehrmühle haben meine volle Zustimmung.

Liebe Frau Mächtig, "aufspringenden Jubelorgien" kommt nicht von mir und ist nicht mein Wortschatz.

Margitta Mächtig

Biesenthal

16.02.17, 23:21

Lieber Herr PB, von aufspringenden Jubelorgien hörte ich nicht, also nehmen Sie die Sinnbildlichkeit dieses Satzes.
Liebe Mitbewohner der Wehrmühle,
ich kann Ihren Unmut verstehen, versichere aber, dass wir erst durch die Einladung zur SVV von den erneuten Bebauungsplänen von Herrn Hecken erfuhren. Und ich sehe die Diskussionen noch nicht am Ende.
Sie schrieben von einem Treffen von Abgeordneten bei Herrn Hecken am Vorabend der SVV. Nun, da meine Fraktionskollegen nicht eingeladen waren, ist es doch sicherlich nur ein Zufall, dass es Tags darauf mehrheitlich Zustimmung zu dessen Plänen gab. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. :-(
Wenn dieser Politikstil aber künftig die SVV bestimmen sollte, wird sich das Klima in der SVV verändern und damit wohl auch in der Stadt.
Statt der gemeinsamen Suche nach den richtigen Entscheidungen für die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt, wie es unter Thomas Kuther und André Stahl gang und gäbe war, jetzt individualinteressengeleitete Entscheidungen ohne Politikfolgeabschätzung? Das kann nicht gut sein für die Stadt und ihre Bewohner.
Der Beitrag der Mitbewohner der Wehrmühle macht das bereits jetzt deutlich.

Mitbewohner der Wehrmühle

Biesenthal

16.02.17, 19:20

Sehr geehrte Stadtverordnete,
die Sie dem Aufstellungsbeschluss zur „Abrundung“ des Wehrmühlenareals zustimmen,

warum haben Sie einen so folgenschweren Beschluss ohne Einbeziehung der Mitbewohner der Wehrmühle gefasst? Beim Treffen am Vorabend der Stadtverordnetenversammlung beim Herr Hecken zu Hause mit dem Bürgermeister und einigen Stadtverordneten (warum eigentlich nicht mit allen?),
wären wir auch gern dabei gewesen.
Auch wäre es schön gewesen, wenn Sie oder Herr Hecken uns über dieses Vorhaben informiert hätten. Unser schönes Fleckchen wird in einigen Jahren nicht wieder zu erkennen sein. Schon mit den jetzt geplanten Häusern wird
die Wehrmühlenbewohnerzahl um mehr als das sechsfache! steigen.
Und das wird erst der Anfang sein. Es ist doch erkennbar was hier passieren soll. Der Antrag auf eine großflächige Bebauung nach „Salamitaktik“ (Grund-)Stück für (Grund-)Stück.
Wer hier von einer sanften Bebauung oder „Abrundung“ redet, versucht zu täuschen, um es vorsichtig auszudrücken.
Bei 7 Häusern zweistöckige Vollgeschosser moderne Architektur für ca. 110 Anwohner!!!)
auf ein höher gelegenen Gelände in mitten eines Naturschutzgebietes, da fehlen uns die Worte.
Wer wird die dann benötigte neue Straße finanzieren und bauen?
Die Stadt auf Kosten aller? P.B. hat es ja schon benannt, die jetzige Straße ist zu schmal. Bereits jetzt ist es an schönen Wochenenden für uns mit dem Auto kaum ein Durchkommen. Denn da gehört die Straße den Spaziergängern und Fahrradfahrern. Auch wird es eine neue Straße am neuen Wohngebiet geben müssen, denn der alte Sandweg würde schon in der Bauphase seine Stabilität verlieren und anschließend nicht mehr passierbar sein.
Haben die Stadtverordneten, die meinen „dass endlich mal was passiert“ wie es in der MOZ stand, einen Augenblick darüber nachgedacht, welche Belastung es für verschiedene Bereiche der Stadt und nicht nur für die Wehrmühle hat?
Zum Beispiel darüber:
1. Wo sollen die ganzen Baufahrzeuge fahren?
Über die kleine Brücke (12t) wo die Fahrbahndecke schon seit längerer Zeit abgesagt ist? Über den Wehrmühlenweg Richtung Kläranlage, der selbst nur ein unbefestigter Feldweg ist?
Über die Kirschallee, dem unbefestigtem Feldweg und dem Fahrradweg, oder bauen wir noch eine Straße mitten in der Natur?
2. Wer hat über die höheren Anschlussbedarfe bei Wasser, Abwasser, Gas, Energie nachgedacht?
Zu wessen Lasten werden diese Aufgaben durchgeführt?
3. Wenn jetzt begonnen wird, das Kleinod der Wehrmühle zu zerstören, wer will dann fachlich begründen wo und wann künftige Anträge zur weiteren „Abrundung“ nicht mehr genehmigt werden sollen?
Wir sind sehr enttäuscht von den Stadtverordneten, die die unternehmerischen Interessen eines Grundstückseigentümers vor die Interessen für die Stadt und die weiteren Anwohner der Wehrmühle stellen.
Wollten wir nicht eine attraktive Naturparkstadt bleiben?
Wenn das ihr Verständnis davon ist, na dann...

Steffi

Biesenthal

16.02.17, 16:03

Das Flurstück 284 , ist auch nicht Herr Hecken sein Grundstück!!!!!!

Steffen Weber

Berlin

16.02.17, 07:56

Auf der Suche nach dem Protokoll der letzten Stadtverordnetenversammlung bin ich auf dieses Forum gestoßen. Ich war bei der letzten Stadtverordnetenversammlung wegen eines anderen Tagesordnungspunktes anwesend, der leider nicht im öffentlichen Teil behandelt wurde.
Dennoch habe ich die Diskussion um den Aufstellungsbeschluss sehr aufmerksam verfolgt, da ich aus beruflichen Gründen sehr viel mit B-Plänen zu tun habe.
Grundsätzlich sei erst einmal festzustellen, dass ein Aufstellungsbeschluss keinerlei Baurecht schafft. Baurecht wird durch einen B-Plan Satzungsbeschluss geschaffen. Bis dahin ist es für jeden Investor ein weiter Weg, da er sämtliche Untersuchungen, Vermessungen, frühzeitige Beteiligung der Behörden, frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung, Umweltprüfung etc. nicht nur abwarten, sondern auch bezahlen muss. Gegebenenfalls sind Abwägungen zu treffen, welche das Vorhaben unattraktiv oder nicht finanzierbar machen. Wichtige ist, dass die Gemeinde die Planungshoheit hat. Der Investor muss sich doch intensiv mit der Gemeinde abstimmen, um schlussendlich einen Satzungsbeschluss zu erhalten.

Wie gesagt, ich habe die Diskussion aufmerksam verfolgt und konnte feststellen, dass lediglich ein älterer Herr das Projekt kritisch hinterfragte. Eine kleine Anzahl von Abgeordneten betonte extra, dass sie gegen das Projekt nichts einzuwenden hätten, jedoch erst eine Leitbilddiskussion zur weiteren Entwicklung von Biesenthal abwarten möchten. Jubeln jedoch, habe ich dort keinen gesehen.

Hendrik

Biesenthal

15.02.17, 12:42

Hallo Philip

Ja die meisten Abgeordneten waren über aus begeistert von der Idee in den Eingang zum Naturpark Häuser bauen zu lassen, einige kritische Stimmen ausgenommen. "Endlich wird in die Natur investiert"

Mfg

Phillip

Biesenthal

14.02.17, 19:05

@Frau Mächtig

Ist die Umschreibung "jubelnd zugestimmt haben" nur sinnbildlich oder haben sich
einige Abgeordnete tatsächlich begeistert von der Idee der Bebauung gezeigt????

MfG.

P.B.

Biesenthal

14.02.17, 17:54

Liebe Frau Mächtig, ich habe schon erkannt, daß nicht alle SV diesem Beschluß zugestimmt haben. Daher sprach ich auch von den "meisten Stadtverordeten" und wen ich nicht mehr wählen kann.
Es freut mich wenigsten von einigen Promis aus Biesenthal Zustimmung zu bekommen.

Margitta Mächtig

Biesenthal

14.02.17, 13:42

Lieber PB, es waren nicht alle Stadtverordneten, die diesem Vorhaben jubelnd ihre Zustimmung gaben!!!

P.B.

Biesenthal

13.02.17, 14:05

"Machen wir endlich Nägel mit Köpfen", so war es am Wochenende in der MOZ zu lesen. Biesenthaler Stadtverordnete geben grünes Licht für die Entwicklung des Geländes an der Wehrmühle. Die Stadtverordneten billigen eine vorsätzliche Zerstörung des Landschaftsbildes und Naturraumes. Aus meiner Sicht hat die Gier über Vernunft und Naturschutz gesiegt. Eine der Folgen wird sein, der Rundwanderweg von der Kirchallee über Wehrmühle zum Schlossberg wird in naher Zukunft ausgebaut. Spaziergänger müssen heute schon ins Gelände hopsten um den Autos die Vorfahrt zu gewähren.
Zunächst geht es erst einmal um das erstellen eines Bebauungsplanes. Die Tatsache, daß der Bauausschuß und Hauptausschuß noch beraten und entscheiden muß, ist aus meiner Sicht nur Makelatur. Dh. die Weichen sind bereits gestellt. Ist das neue Siedlungsgebiet erst einmal realisiert, wird es nicht lange dauern bis der Waldweg Richtung Wukensee für die Durchfahrt von PKW's befestigt wird. So wird Stück für Stück Natur von und gegen die Menschen zerstört. Das ist sehr bedauerlich. Dank der MOZ weiß ich nun wen ich in Zukunft nicht mehr wählen werde. Den meisten der Stadtverordneten schlägt das Herz nicht für Biesenthal und wenn doch, dann in die falsche Richtung. Ich bin sehr enttäuscht und bin immernoch überrascht, daß dieses Thema in der Öffendlichkeit zu wenig zur Kenntnis genommen wird.
@Herr Hecken, ich laufe sehr oft in unregelmäßigen Abständen an ihrem Haus vorbei. Ich weiß und mir ist auch bewust was sie in den letzten 14 Jahren für unseren Ort geleistet haben. Dennoch bitte ich zu respektieren, Kritik äußern zu dürfen. Das alte Getreidelager als Gastronomie- und Veranstaltungsort zu nutzen finde ich gut. Wenn ich ihren B-Plan richtig lese, wollen sie das Flurstück 284 komplett beräumen. Ist das nicht bewohnt?
"Die Wehrmühle ist ein ruhiger Ort inmitten einer sehr intakten Natur mit sehr viel positiver Energie. Genau dies wird dieser Ort auch bleiben." Das sind ihre Wort, leider fehlt mir der Glaube dazu.

Margitta Mächtig

Biesenthal

10.02.17, 18:22

Nun ist die SVV Geschichte und mehrheitlich, so musste ich hören, wurde einem vorliegenden "Bebauungsplan „Abrundung Wehrmühle“, einschl. 5. Änderung des Flächennutzungsplanes - Aufstellungsbeschluss – zugestimmt. Leider war ich beruflich an der Teilnahme der SVV gehindert. Ich kann meine Kollegen, die diesem Beschluss zustimmten, nicht verstehen. Nicht nur, dass wir im vergangenen Jahr in der SVV beschlossen, ein Leitbild für die Stadt zu entwickeln, welches sich mit den Entwicklungspotenzialen der Stadt befassen soll, und die -trotz vorliegendem Entwurf der Fraktion DIE LINKE- durch die anderen Fraktionen noch nicht aufgenommen wurde, sondern auch die Tatsache, dass wohl einiges baurechtliches Unverständnis dieser Zustimmung zugrunde liegt, macht mich nachdenklich.
Schauen wir ins Gesetz. In diesem Fall ins Baugesetzbuch. Schon im § 1 heißt es "(3) Die Gemeinden haben die Bauleitpläne aufzustellen, sobald und soweit es für die städtebauliche Entwicklung und Ordnung erforderlich ist."
Wie wurde also diese Erforderlichkeit begründet?
Absatz 5 des gleichen Paragraphen gibt uns auf den Weg:
"(5) Die Bauleitpläne sollen eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung, die die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen auch in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen miteinander in Einklang bringt, und eine dem Wohl der Allgemeinheit dienende sozialgerechte Bodennutzung gewährleisten. Sie sollen dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln sowie den Klimaschutz und die Klimaanpassung, insbesondere auch in der Stadtentwicklung, zu fördern, sowie die städtebauliche Gestalt und das Orts- und Landschaftsbild baukulturell zu erhalten und zu entwickeln. Hierzu soll die städtebauliche Entwicklung vorrangig durch Maßnahmen der Innenentwicklung erfolgen."
Es ist doch die Frage zu stellen, ob die Ziele des vorliegenden Bebauungsplanes tatsächlich mit diesen Zielen des Gesetzes vereinbar sind?
Die Tatsache, dass diese kleine Siedlung im Außenbereich liegt, erfordert besondere Behutsamkeit bei Überlegungen weiterer Entwicklungen.
Es ist eine kleine Splittersiedlung, die als Kleinod an der Finow erhalten bleiben sollte. Zweistöckige Neubauten in welcher Kurator auch immer würde eben dieser Kleinsiedlung das Besondere nehmen. Ganz abgesehen von den Folgeabschätzungen einer solchen Entscheidung. So steht z.B. die Frage, wenn wir mit der Ausweitung dieser Splittersiedlung beginnen, wie lange dauert es dann, bis wir über die Bebauung des Wehrmühlenweges in seiner Fortführung Richtung Klärwerk reden?
Ich habe ja Verständnis dafür, dass es Bemühungen gibt einem aktiven Unternehmer den hiesigen Standort dauerhaft annehmlich zu machen. Dies darf aber nicht den städtebaulichen Entwicklungen entgegenstehen.
Diese Abwägungen wurden aus meiner Sicht in der Diskussion unzureichend berücksichtigt, was ich für das Entscheidungsgremium der Stadt fatal finde.
Aber auch Fragen der öffentlichen Daseinsvorsorge wären dann neu zu denken.
Diese Entscheidung, aber auch die Überlegungen weitere Wohnbebauungsgebiete in der Stadt auszuweisen und mit Bebauungsplänen zu beschließen zeigen, die Diskussion um ein Leitbild zur Entwicklung der Stadt Biesenthal sollte schnell beginnen, damit mit Blick in die Zukunft der Stadt als ganzes entschieden wird.

André Stahl

Biesenthal

09.02.17, 21:00

Eine städtebauliche Festigung des eigentlichen Standortes Wehrmühle halte ich für vertretbar. Die Ausweitung für Wohn oder Wochenendnutzung in der Umgebung halte ich für ein städtebauliches Verbrechen. Es ist mir nicht gelungen, auch nur ein einziges gemeindliches Interesse zu finden, warum hier eine Bebauung erfolgen soll. Ausschließlich die Verwertungsinteressen eines Eigentümers dürften wohl nicht reichen, um den einzigartigen Blick in diesen Naturraum zu verbauen. Städtebaulich ist es nicht nur die Verfestigung sondern die Ausweitung einer Splittersiedlung. Wenn die Landesplanung so etwas mitträgt, kann dort nur ein Dilettant am Werke sein. Jedenfalls kann meiner Meinung nach eine Stadtverordnetenversammlung nicht wirklich eine vorsätzliche Zerstörung des Landschaftsbildes und Naturraumes wollen.

P.B.

Biesenthal

05.02.17, 17:26

@Lutz ich kann ihre Gedankengänge folgen und stimme ihnen zu. Kurios ist, das die Beschlußvorlage für den 09.02.2017 in Internet heute nicht mehr abrufbar ist. Da hat wohl einer einen Fehler gemacht? Egal.

Herr Hecken, ich schätze ihre Aktivitäten für unsere Stadt und möchte hier auch kein "Kriegsbeil" ausgraben. Das Wort "brutal" entsteht aus dem Zeitungsartikel und fehlenden Hintergrundinformationen. Im Zeitungsartikel wird von 12.600 m2 geschrieben, sie sagen jetzt, es sind 8.800 m2. Im Artikel stehen auch andere Zahlen zu den Größen der Grundstücke. Daher auch die geschätzten Zahlen der Grundstücke von mir. Jetzt weiß ich das ihre Planungen noch garnicht soweit sind. Aber irgend jemand muß doch die Zahlen an die Presse weiter gegeben haben.
Beherbergung und Gastronomie kann ich mir gut vorstellen. Alles andere ist nur im kleinsten Maße für mich erträglich. Ich weiß das die Welt sich weiter dreht und die weitere Entwicklung sich nicht aufhalten läßt. Gerade deshalb bitte ich mit unserer schönen Natur sorgsam umzugehen. Zumal das Gebiet um die Wehrmühle Anfang der 60iger Jahre ein beliebter Spielplatz für mich war.
In diesem Sinne bleibe ich ein aufmerksamer Beobachter ihres gut gemeinten Projektes.

Michael Hecken

Biesenthal

05.02.17, 13:01

Hallo P.B

Wie kommen Sie bitte auf die astronomische Zahl von 180-240 Baugrundstücken? Dann wäre jedes Grundstück 70-52m2 groß?

Geplant ist eine stilvolle Bebauung die mit dem Ort im Einklang ist, der die vorhandene Baustruktur sinnvoll ergänzt und dabei der Natur nicht schadet. Etwa 1/3 der Fläche ist bereits bebaut. 8800m2 kämen noch dazu, wobei die Grundstücksgröße je Haus deutlich über 1000m2 liegen wird. Das ist aber alles eine Frage der Architektur und würde im Bebauungsplan sehr klar definiert werden, soweit sind wir aber noch gar nicht.

Es geht darum die Wehrmühle ausgewogen weiter zu entwickeln. Dies alles entstünde, wenn die Stadt denn zustimmt, über einen Bebauungsplan der dann im laufe des Jahres zu entwickeln wäre. Dieser würde eng mit der Stadt abgestimmt und öffentlich einsichtig sein, es wird also genügend Zeit sein für die von Ihnen angesprochene öffentliche Meinungsbildung. Im aktuellen Flächennutzungsplan (von 1990) ist die Wehrmühle und die Siedlung ein Sondergebiet für Beherbergung und Gastronomie.

Etwas geärgert habe ich mich lediglich über das Wort „Brutal“ in Ihrem schreiben. Ein solches Adjektiv passt nun wirklich weder zu uns noch zu dem Projekt Wehrmühle welches wir seid nun 14 Jahren behutsam versuchen nach vorne zu bekommen. Sie können mich gerne einmal besuchen kommen und sich ein Bild davon machen. Einfach mal anklopfen.

Die Wehrmühle ist ein ruhiger Ort inmitten einer sehr intakten Natur mit sehr viel positiver Energie. Genau dies wird dieser Ort auch bleiben.

Lutz

Biesenthal

05.02.17, 10:42

@P.B.: In der Tat interessiere ich mich für die Entwicklung Biesenthals (seit 20 Jahren meine Heimatstadt). Da ich noch nie Zeit hatte, die öffentlichen Sitzungen zu besuchen, versuche ich mich über das Ratsinformationssystem einigermaßen auf dem Laufenden zu halten. Wie ich es sehe, bezieht sich die Beschlussvorlage nur auf das AUFSTELLEN des Planes, d.h. die Erarbeitung eines Entwurfes, der dann später öffentlich ausgelegt werden muss.

Die Haltung des Bauausschusses, der eher für die Zurückstellung des Beschlusses zu sein scheint, finde ich vernünftig, Die Erarbeitung eines "Leitbildes", d.h. die Formulierung der Entwicklungsziele (z.B. in Bezug auf das Wachstum der Einwohnerzahl), sollte zuerst erfolgen. Die Diskussion darüber finde ich wichtig, weil ich auch diesen Konflikt sehe: Mehr Einwohner erhöhen einerseits die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Stadt, bergen aber auch die Gefahr, den Charakter Biesenthals (negativ) zu verändern.

P.B.

Biesenthal

04.02.17, 19:07

@Lutz herzlichen Dank für ihre aufklärenen Hinweise.
Die schnelle Reaktion und ihr Insiderwissen zeigen mir, sie sind sehr gut mit der Kommunalpolitik in Biesenthal vertraut. Das ist gut so.
Wenn ich in der Beschlußvorlage zur Sitzung der Stadtverordetenversammlung am 09.02.2017, bereits am 03.02.2017, eine Absichtserklärung zu einem Bebauungsplanes erkenne, dann bleibe ich skeptisch. Eine öffentliche Meinungsbildung nach einer Beschlußfassung ist leider meist zu spät.

Lutz

Biesenthal

04.02.17, 12:57

Eine massive Bebauung des Gebietes um die Wehrmühle fände ich ebenfalls bedenklich. Da aber erst beraten werden soll, ob überhaupt ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll, ist noch Zeit für die öffentliche Meinungsbildung.
(Der letzte Absatz im MOZ-Artikel lautet: "Während der Hauptausschuss der Biesenthaler Stadtverordnetenversammlung seine Zustimmung zu der Vorlage signalisierte, hielt sich der Bauausschuss in seinem Votum noch zurück. Wie es in dem Beschlusstext heißt, empfiehlt der Ausschuss mit dem Hinweis auf die Erarbeitung eines Leitbildes für die Stadt Biesenthal vorerst noch die Zurückstellung der Entscheidung. Der Antrag steht jedenfalls auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung am 9. Februar um 19 Uhr in der Grundschule am Pfefferberg.")
Allerdings sind größere Teilflächen des Planungsgebietes (siehe Anlage zur Einladung im Ratsinformationssystem www.amt-biesenthal-barnim.de/ris/instanz_2/index.htm) bereits bebaut.

P.B.

Biesenthal

03.02.17, 17:08

Dass unser kleines liebenswertes altes ehemaliges Ackerbauer-Städtchen Biesenthal sich immer weiter entwickelt und mehr Zuspruch durch Anwachsen der Bevölkerung erhält, kann ich nur begrüßen.
Wenn ich aber in der MOZ vom 3.Februar 2017 lesen muß, dass um die Wehrmühle herum 12.600 Quadratmeter zum "Wohnen und Freizeitwohnen" bereitgestellt werden soll, wobei die Errichtung von zwei Vollgeschossen möglich sein soll und die Stadtverordneten bereits grünes Licht gegeben haben, frage ich mich, ist das ein Aprilscherz?
Hier soll eine der schönsten Naturlandschaften von Biesenthal, rechts und links im Tal der Finow, brutal zugebaut werden. Das sind Naturlandschaften für die die Touristen nach Biesenthal kommen.
Die seit dem 14. Jahrhundert bestehende Wehrmühle mit den überschaubaren Wohnhäusern verliert seinen Scharm und Charakter. Bei diesen Gedanken bekomme ich als Alt-Biesenthaler Herzrasen.
Was bedeutet das? Auf diesem Baugelände entstehen etwa 180-240 Baugrundstücke. Die Zufahrtsstraßen reichen dann nicht aus. Eine zweispurige Staße ist dann notwendig und der Wehrmühlenweg wird asphaltiert. Und das alles in mitten der schönsten Naturlandschaften nicht nur von Biesenthal.
Herrn Hecken kann ich gut verstehen, er sucht Möglichkeiten sein Land zu vermarkten. Herr Hecken seien sie bitte etwas bescheidener. Die Stadtverordneten von Biesenthal kann ich überhaupt nicht verstehen. Es gibt in Biesenthal noch genug geeignetere Bauflächen.
Warum formiert sich kein Widerstand? Wo bleiben die Naturfreunde?

P.B.