Stadt Biesenthal

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Biesenthal plant Windräder im Wald

Junker Jörg

Biesenthal

23.05.17, 20:08


Bislang hatte ich immer den Eindruck, es würde in Biesenthal eine rege ökologisch-motivierte Szene geben. Ich führe das nur deshalb an, weil es noch immer Möglichkeiten zu geben scheint, den zu den Windrädern gefassten Beschluss abzuwenden. Über die Einreichung eines Bürgerbegehrens, das von einem bestimmten Teil der Einwohner unterschrieben sein muss (den Anteil kann man sicher irgendwo recherchieren) könnte man wahrscheinlich die Sache stoppen. Vielleicht bestehen in diesem Zusammenhang auch irgendwelche einzuhaltenden Fristen.

Sollten sich doch Leute zusammenfinden, um derlei in's Auge zu fassen, würde ich mich gerne beteiligen.

Hallo! Unsere Stadt will Windräder im Wald bauen. Diese Dinger sind unvorstellbar hoch, dominieren über etliche Kilometer den Horizont, blinken im Dunkeln, machen Lärm und vergrämen (und töten zum Teil) Tiere. Außerdem sind sie hässlich.

Rainer

15.05.17, 23:05

Karl da würde mich doch echt mal interessieren, welche Partei Sie hier empfehlen. Soweit ich weiß sind die Beschlüsse immer Mehrheitsbeschlüsse unterschiedlicher Parteien. Und soweit ist es wohl richtig, dass Geld in der Politik eine große Rolle spielt. Das braucht man ja um seine Ziele umsetzen zu können und zwar nicht erst seit der Mondlandung. Insofern kann sich keine Partei dem Geld verschließen. Alles in den Einklang zu bringen und es dann noch so zu präsentieren, dass es die Menschen verstehen, ja das ist die Kunst der Politiker. Soweit ich weiß ist das Projekt Windräder bereits vor Jahren angestoßen worden und wird nun umgesetzt.

Rainer

Ge(heim)wissen

Biesenthal

15.05.17, 00:41

Für Bürger, die sich selbst informieren wollen und sich nicht auf Aussagen von Rechtsanwälten verlassen, die Juristen geworden sind, weil sie von Mathematik nicht sehr viel verstehen.
Wirtschaftlichkeitsrechnung-der-Windparkanlage-Munsterwald

gegenwind.windpark-laufenburg.de

www.focus.de/immobilien/energiesparen/energiewende-auch-kommunen-zahlen-drauf_id_4265292.html

Das Ökonomische ist aber nur die eine Seite der Medaille. Welche Schäden Windrädern im Wald an der Fauna anrichten werden, ist die andere Seite.
Ganz zu schweigen von der schön gerechneten CO2-Bilanz dieser Windräder im Verhältnis zur gerodeten Waldfläche, um diese Anlagen zu errichten.

„Akzeptanz der Energiewende gibt es nur dort, wo das Wissen um Ihre Auswirkungen fehlt.“ [www.vernunftkraft.de/euer-erfolgsmaerchen]

Karl

11.05.17, 12:22

Biesenthal ist ein wunderbares Beispiel wie man Natur in kürzester Zeit zerstören kann alles unter dem Deckmantel des "Fortschrittes".
Sobald Geld im Spiel ist spielt der Schutz der Natur keine Rolle mehr.
Jeder sollte sich gründlich überlegen bei der nächsten Wahl endlich zu entscheiden WAS eine Partei geleistet hat und leistet, WO die Partei wegschaut und toleriert.

H.K.

Biesenthal

10.05.17, 19:38

Da sollte aber das Orteingangsschild "Naturparkstadt" entfernt werden...
Und ein anderes Schild " WINDRAD- ZERSTÖR-STADT BIESENTHAL"
VOR allem hört man ganz besonders abends und Nachts die Geräusche von den Windrädern...
Gegen die Flugschneise über Biesenthal (z.B:Bahnhof) hat auch niemand demonstriert..
Bis jetzt ist es noooch ruhig...
Und gegen die Windräder demonstriert auch keiner...
Das Problem, wir brauchen Flugblätter zum Abstimmen ...

Thomas

Biesenthal

10.05.17, 18:01

Ich finde die Idee dort Windräder aufzustellen nicht völlig absurd. Wald ist nicht gleich Wald. So weit ich es überblicke, geht es dort um Kiefern-Monokulturen. Das hat viel mit Forstwirtschaft zu tun, mit Natur aber nur sehr wenig.

Das Mensch die Windräder sehen kann, stört mich überhaupt nicht, egal ob von Biesenthal, Prenden, Sophienstädt oder Ruhlsdorf aus.

Spannend finde ich die Frage wer die Windräder aufstellen wird, also wer darüber entscheidet wo genau sie stehen, was für ein Typ aufgestellt wird und vor allem wer die Gewinne einkassiert und wofür das Geld dann verwendet wird.

Am liebsten wäre mir eine Energiegenossenschaft, gegründet von Menschen aus Biesenthal und Umgebung. Der Gewinn könnte dann für weitere Energiewendeprojekte in der Region eingesetzt werden. Und die Genossenschaft könnte sich mit den NaturschützerInnen der Region an einen Tisch setzen um die bestverträglichste Variante zu erarbeiten. Eben ganz anders als ein rein profitorientierter Energiekonzern.

Junker Jörg

Biesenthal

08.05.17, 17:41

@ B.P. Nur weil die Regionalversammlung bereits den Unsinn beschlossen hat - Wälder als Standort für Windräder vorzusehen - macht das eine weitere unsinnige Beschlussfassung durch unsere Stadtverordnetenversammlung nicht weniger kritikwürdig. Ein weiterer Dominostein ist damit gefallen. Und zusätzlich ist es eine Kommune, die hier den Vorreiter Richtung rücksichtsloser Landschaftsverschandelung abgibt.

Ohne diese Pachteinnahmen würde das öffentliche Leben in Biesenthal natürlich völlig zusammenbrechen... als ob.

Freundliche Grüße

P.B.

Biesenthal

07.05.17, 20:59

@ B.P. Danke für die Aufklärung.
Nach dem Desaster mit der Wehrmühle sind viele Biesenthaler, so auch ich, sehr dünnhäutig geworden.

B.P.

Biesenthal

06.05.17, 10:04

Schauen wir doch einmal in die Historie....

Beschluss-Nr.: 34/2011
Einreicher: Die Linke / Grüne

Beschluss:
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Biesenthal beschließt die aktive Förderung der Nutzung von Windenergie.
Hierfür strebt die Stadt Biesenthal an, auf den von der Regionalen Planungs­gemeinschaft im Entwurf ausgewiesenen Windeignungsgebiete unter voller Flächenausnutzung Windkraftanlagen errichten und betreiben zu lassen.
Auf die Belange der Anwohner, insbesondere in Bezug auf die Einhaltung der Mindestabstände, ist Rücksicht zu nehmen.

... und nun setzt die Stadtverordnetenversammlung den Beschluss um.

Die finanziellen Zuweisungen an die Stadt Biesenthal sind mit dem Wegfall des Status "Grundzentrum" durch den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (2009), beschlossen durch die damaligen Regierungsparteien SPD/CDU, deutlich zurückgegangen. Auch der Wegfall des kommunalen Finanzausgleiches ab 2019 wird ein großes Loch in den Biesenthaler Haushalt reißen.
Also gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Die freiwilligen Aufgaben auf ein Minimum reduzieren (Wegfall Unterstützung des Kulti, Wegfall der Vereinsförderung, Wegfall der Seniorenunterstützung, Wegfall Bibliothek, nur noch die nötigsten Instandhaltungsmaßnahmen in den städtischen Einrichtungen, Wegfall Stadtfeste, etc.)
und Erhöhung der Steuern,

oder

2. andere Einnahmen akquirieren, z.B. Pachteinnahmen

wie schrieb die MOZ damals

„Wir haben die ganz seltene Situation, dass die infrage kommenden Flächen im Wesentlichen der Stadt gehören“, erklärte Bürgermeister André Stahl (Linke). Wenn sonst Windräder aufgestellt würden, hätten alle den Ärger und zwei Bauern würden daran verdienen. „In unserem Falle heißt das jedoch: Alle haben den Ärger, aber alle haben auch das Geld“, stellte er schmunzelnd fest. Zudem würden Windräder auf den in Rede stehenden Flächen die Biesenthaler „optisch nicht tangieren“.

Egal ob nun die Stadt Biesenthal am dem Standort Windenergieanlagen baut oder nicht. Die Fläche ist im Regionalplan dafür ausgewiesen und betrifft auch private Flächen. Auf diesen werden mit großer Sicherheit Windenergieanlagen errichtet.

Also wenn Kritik und Protest, dann zur richtigen Zeit. Diese wäre zum Zeitpunkt der Erstellung und Auslegung des Regionalplanes gewesen.

P.B.

Biesenthal

06.05.17, 01:56

"Biesenthal plant Windräder im Wald". Stadtverordnete stimmen zu und beauftragen die Barnimer Kreiswerke mit den Vorbereitungen. So geschrieben am 4.Mai 2017 in der MOZ. Diese Beratung war nicht öffentlich. Das hatte sicher seine Gründe.
Geplant sind Windräder zwischen Mielke Bunker und A 11 sowie nördlich der A11 Richtung Sophienstädt und Prenden. Die Größe der Fläche beträgt insgesamt 23,9 Hektar. Mit bis zu fünf Anlagen sind geplant. Dh. 23,9 Hektar Natur werden von der Naturparkstadt Biesenthal zerstört. An anderer Stelle wird als Alibi jährlich ein Baum des Jahres vom Bürgermeister gepflanzt. Der Bürgermeister (CDU) behauptet dass diese Windräder von Biesenthal nicht gesehen werden. Er räumt jedoch ein, dass die Prendener und Sophienstädter dieses Glück nicht haben. [...]
Windräder aufzustellen um den Haushalt der Stadt aufzubessern ist doch absurd. Bisher ist die Stadt mit den Geldern gut zurecht gekommen. Ich habe bisher nichts anderes gehört. Wenn andere Gemeinden auch aus Geldnot Windräder aufstellt, dann gute Nacht.
Laut Leitfaden des Landes Brandenburg müssen Windenergieanlagen im Waldgebiet eine Nabenhöhe von mindestens 120 Meter haben. Windräder der neuen Generation haben eine Gesamthöhe von 200 Meter und mehr. Die Mindestanforderung der Zuwege; Belastbarkeit von max. 144-164 Tonnen und eine lichte Durchfahrtsbreite von 5,5 Meter. Ich bin überzeugt, dass die Windräder von einigen Standorten in Biesenthal sehrwohl zu sehen sind. Es ist auch nicht fair gegenüber den Nachbarorten, die auch vom Tourismus leben. Ich frage mich, wer profitiert von diesem Strom? Wird der Strom ins Netzwerk eingespeist und nach Bayern geleitet? Die Bayern wollen keine Windräder da es ihrer Natur schadet. Dafür sind die Strompreise in Bayern wesentlich günstiger wie in Brandenburg. Warum eigentlich?
Auch ich werde mein Wahlverhalten entsprechend anpassen.

[Beitrag von der Redaktion gekürzt]

Otto

Biesenthal

05.05.17, 21:36

Siehe mein moz- Beitrag vom 04.05.2017 zur Planung der Windradverschandelung der Natur,

Thomas

Biesenthal

05.05.17, 16:36

So wie in der MOZ berichtet, geht ja Biesenthal wieder eigene Wege.
So ist ja wohl eine Windanlage in Prenden geplant. Zum Glück sieht und hört man ja in Biesenthal davon nichts. Doch ich möchte nicht unbedingt in der Nähe der Anlagen wohnen. Überall in Land werden Bürgerinitiativen gegen Windräder gegründet, Biesenthal ist leider negativer Vorreiter, wie auch schon bei der Wehrmühle. Neue finanzielle Einnahmen sind ja schön und werden sicherlich benötigt, aber......

Junker Jörg

Biesenthal

05.05.17, 16:16

Und wieder kann man nur mit den Kopf schütteln. Ich werde mir ganz genau ansehen, welche Stadtverordneten derlei Landschaftsverschandelung unterstützen und mein zukünftiges Wahlverhalten entsprechend anpassen. Mein Umfeld werde ich freilich auch darüber informieren.

Ich dachte, wenn die öffentliche Hand (Stichwort Kreiswerke) Energie produziert, wird diese umsichtiger geschehen.

Hoffentlich organisiert sich noch eine starke Gegenwehr.

Beste Grüße

L.Heyro

05.05.17, 02:20

Von der Erhaltung der Natur scheinen die Stadtabgeordneten samt Bürgermeister nichts zu halten. Nach dem man sich einig ist an der Wehrmühle neue Wohnungen zu bauen geht man zur nächsten Schandtat über. Laut MOZ: "Die Biesenthaler Stadtverordneten wollen im Eignungsgebiet Prenden auf Flächen beiderseits der A 11 Windräder errichten lassen. Das Besondere daran: Diese Flächen sind derzeit mit kräftigen Kiefern bewachsen.."
Wir können nur hoffen das ein starker Protest der Bürger diesen Bau der Windräder im Wald verhindert.

Quelle: http://www.biesenthal.de