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26.11.14

Bahnpendler: Zählung in Biesenthal ergibt deutlich höhere Fahrgastzahlen

Lokale Agenda 21 Biesenthal begrüßt die neue Verkehrsministerin

Die Lokale Agenda 21 Biesenthal hat am 19. November, einem ganz normalen Werktag, eine Fahrgastzählung organisiert. Dabei wurden 663 ein- und aussteigende Fahrgäste am Biesenthaler Bahnhof gezählt. Bisher lagen nur vom VBB erhobene und verbreitete Zahlen vor. Hier war von 500 täglichen Fahrgästen die Rede. Diese Zahl liegt mehr als 30% unter den tatsächlichen Zahlen. „Warum der VBB falsche Fahrgastzahlen verbreitet, können wir nicht sagen,“ so Heike Müller, Stadtverordnete in Biesenthal, „aber es ist schon sehr ärgerlich, dass der VBB gegenüber den Biesenthaler*innen und der Landespolitik mit viel zu niedrigen Zahlen argumentiert.“

Mit einem freundlichen Schreiben begrüßt die Lokalen Agenda 21 die neue Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Frau Kathrin Schneider, in ihrem Amt. Mit dem Schreiben wird die Hoffnung ausgedrückt, dass unter der neuen Führung ein stündlicher RE-Halt in Biesenthal möglich wird. Beigelegt wurde dem Schreiben eine DVD mit dem neuesten Protestvideo aus Biesenthal. Es handelt sich um ein frei erfundenes Interview mit dem bisherigen Brandenburger Verkehrsminister Jörg Vogelsänger, in dem dieser sich sehr interessiert und verständnisvoll zu den Problemen der Biesenthaler*innen äußert.

Durch den Fahrplanwechsel am 14. Dezember kommt es zu deutlichen Verschlechterungen der Bahnanbindung von Biesenthal nach Berlin. War schon bisher die Anbindung für Fahrgäste aus Melchow, Biesenthal und Rüdnitz nach Berlin Mitte mit fast 20 min Umsteigezeit vom RB 60 auf den RE 3 in Bernau nicht gerade optimal, so wird der Umstieg nun künftig gänzlich unmöglich. Der RE3 wird nämlich vor Ankunft der Regionalbahn in Bernau losfahren!

Die Biesenthaler*innen sind nun verärgert, dass der VBB sie auf den Umstieg in die deutlich langsamere S-Bahn hinweist. Die Fahrzeitverlängerung beträgt je nach Tageszeit und Ziel im Vergleich zum RE-Halt bis zu 30 min je Fahrtrichtung - keine gute Nachricht für Berufspendler*innen, die mit der umweltfreundlichen Bahn nach Berlin fahren wollen. Der Halt von täglich 2-3 RE-Zügen je Richtung in Biesenthal sei dafür kein Trost. Nur ein Teil dieser Züge wird ins Berliner Zentrum fahren.

Die Lokale Agenda 21 Biesenthal setzt sich schon seit langem für die Verbesserung der Bahnanbindung ein. Die Forderung ist der stündliche Halt des RE3 in Biesenthal. So gab es bereits viele Aktionen und Gespräche, u.a. mit dem VBB und dem Verkehrsministerium - leider bisher nur mit geringem Erfolg. Mit vielen kreativen Aktionen soll in der kommenden Zeit auf die Situation aufmerksam gemacht und auch Landespolitiker*innen direkt angesprochen werden. Das Motto bleibt: „Biesenthal lässt sich nicht abhängen!“

Viele Briefe und Protestpostkarten werden die Bahnfahrer*innen an das zuständige Ministerium schreiben, so Heike Müller. „Denn nur wenn sich weiterhin viele äußern, kann sich was verändern. Schließlich werden Anfang 2015 die Verkehrsplanungen für den nächsten Fahrplanwechsel gemacht und da wollen wir mitreden“.

Der neue Fahrplan ist auf www.la21-biesenthal.de veröffentlicht. Dort findet sich auch die Protestpostkarte an die Ministerin Schneider. Am 14. und den 15. Dezember finden weitere Protestveranstaltungen am Biesenthaler Bahnhof und vor dem Potsdamer Ministerium statt. Das oben genannte Ministerinterview-Video ist im Internet zu sehen.

Lokale Agenda 21 Biesenthal