Forum

Waldkindergarten

Catharina Rafoth

Biesenthal

08.01.19, 00:12

Hallo Rainer,
Hallo Marlies,

ich empfinde das Forum in seiner Form als ungeeignet, um sich über Ihre weiterführenden Fragen auszutauschen. Ich lade Sie herzlich ein, sich mit mir über die Mailadresse unser Internetseite in Kontakt zu setzen, so dass wir uns auf einen Café/Tee in einem Café oder einer Bäckerei treffen können.

Mit freundlichen Grüßen
Catharina Rafoth

Marlies

04.01.19, 18:32

@Bonsiepen

Also sind es doch 60.000,-€. Was sollen dann die Erklärungen von Frau Wendt und Rafoth?

@ Wendt
Und weil es bestimmte Dinge schon anderswo gibt, bedeutet dies ja nicht, dass dies sinnvoll ist. Ich bin auch der Meinung dass diese Gelder lieber für "Vollzeitplätze" ausgegeben werden sollten anstatt für derartige "Versuchsprojekte".

Christina Wendt

Biesenthal

29.12.18, 15:03

Lieber Rainer,
Ich versuche noch ein mal auf Ihre Fragen zu antworten und setze ihre Fragen in Anführungsszeichen.

„Jetzt muss ich nochmal nachhaken. Aus Amtskreisen heißt es, dass der Spaß uns sogar rund 60.000,-€ kostet!“
Es sind im Moment 30.000 Euro im Haushalt für die Verkehrssicherungspflicht an zwei Waldplätzen in der Nähe des Wukenseerundwegs eingestellt. Für dieses Geld können zwei Aufenthaltsbereiche z.B. vom Totholz und Sturmschäden befreit, so dass der Aufenthalt im Wald möglichst sicher sein kann. Ob dafür das ganze eingeplante Geld benötigt wird, wird sich dann zeigen.
Diese Bereiche sind öffentlich zugänglich und erhöhen damit auch die Sicherheit aller SpaziergängerInnen rund um den See. Hier erfolgt bereits eine regelmäßige Baumschau und Grundsicherung für SpaziergängerInnen. Später kann im Rahmen der regelmäßigen Baumschau, dann auf diese beiden Bereiche auch noch ein Auge geworfen werden, die Sicherungsmaßnahmen erhöhen dann nur die bereits stattfindende Baumpflege im Stadtwald.

„Dann wurde mir erklärt, dass im Waldkindergarten „Sägespäneklos“ entstehen. Gibt es solche auch in unseren anderen Kindertagesstätten? Wohin machen die Kinder denn jetzt aktuell wenn sie mal zur Toilette müssen?“
Aktuell ist die Waldgruppe noch nicht eröffnet und es werden in der Waldkita noch keine Kinder betreut. „Wohin die Kinder jetzt machen?“ stellt sich also nicht. Im Waldkindergarten wird es Trockentoiletten geben: Hier können Sie das mal ansehen: ecotoiletten.de

Für die Eröffnung ist die Betriebserlaubnis durch das Ministerium (MBJS) notwendig. Hierbei werden alle Bereiche der Einrichtung ausführlich geprüft. Sie können sich damit darauf verlassen, dass das Konzept den Erfordernissen der Kinderbetreuungsstandards entspricht. Es ist lediglich anders als in einer Kita mit festem Haus.

„Warum hat denn Ihre Einrichtung nicht wie andere Tagesstätten geöffnet?“
Die Betriebserlaubnis für Waldkindergärten wird für 6 h täglich erteilt.
Weil aber viele Kinder nur einen Rechtsanspruch auf Betreuung für 6 h erhalten, ist das für viele Familien ausreichend oder zumindest besser als nichts. Bei Homeoffice, Selbständigen, kleineren Geschwistern oder Teilzeitarbeit ist das sehr üblich. Die Entscheidung, wie lange Eltern ihre Kinder betreuen lassen wollen und müssen treffen ja die Familien. Zudem gibt es im Moment in Biesenthal in beiden großen Einrichtungen Knirpsenland, St. Martin und bei den Wukanichen die Möglichkeit, Kinder 8 oder mehr Stunden betreuen zu lassen.

Kindergärten sind Bildungs- & Betreuungseinrichtungen und sollten in ihrer konzeptionellen Vielfalt die Vielfalt der Familien abbilden. Im Kitagesetz nennt sich das „Wunsch und Wahlrecht der Eltern“ und „Förderung der Trägervielfalt“.

„Ich habe nichts dagegen, wenn sich Leute was ausdenken und Ihre Ideen für ihren ganz persönlichen Spaß umsetzen. Mehr ist das nicht, denn wirklichen Nutzen für die Allgemeinheit sehe ich nicht.“
Die Waldkindergärten sind Betreuungs- und Bildungeinrichtungen die seit vielen Jahrzehnten als Ergänzung zu Ganztagsbetreuung in ganz Deutschland (rund 200 Einrichtungen) und z.B. Skandinavien etabliert sind. Es ist weder etwas „Neues“ noch etwas was „Leute sich ausdenken“ und auch kein „privater Spaß“. Allein in Brandenburg gibt es 20 Waldkindergärten.
Weitere Informationen finden Sie hier: Bundesverband der Waldkindergärten bvnw.de/

Es ist eine Entlastung und Ergänzung der bestehenden, übervollen Biesenthaler Einrichtungen, die 18 Kindern werktags 6 h eine naturpädagogische Betreuung in der Naturparkstadt ermöglicht.
Aufbau und Eröffnung werden von Eltern ehrenamtlich und in Eigenleistung umgesetzt.
Ich weiß nicht, wer die „Allgemeinheit“ ist, aber 18 Kinder und deren Familien werden einen Kindergartenplatz über 6 h haben. Und die entstehen durch sehr viel ehrenamtliches Engagement und Durchhaltevermögen der Elterninitiative.

Für die Stadt fallen nach der Eröffnung für Sach- & Betriebskosten nach Kitagesetz an, auch mit der im Moment üblichen Pauschale bleibt die Waldgruppe damit unter dem, was andere Einrichtungen benötigen.

Zum Vergleich: Die unbestritten notwendige Aufstellung der Container für 30 Kinder zur temporären Erweiterung der St. Martin Kita ist im Haushalt meines Wissens mit 300.000 € eingestellt (zzgl. der jährlichen Folgekosten für Sach- & Betriebsmittel). Es sind nun die Daumen zu drücken, dass auch hier ein zügige Umsetzung erfolgen kann, denn es gibt im Moment NICHT ausreichend Kitaplätze für alle anspruchsberechtigten Kinder in Biesenthal und im Amtsbereich.
Und bis die große neue Kita fertig ist, wird es leider auch noch etwas dauern. Die Umsetzung der Waldgruppe von Planung bis Eröffnung wird wahrscheinlich nur rund ein Jahr gebraucht haben und bietet damit einen schnell umsetzbaren Beitrag zu Entlastung der Kindergärten.

„Dann aber bitte finanzieren Sie sich selbst und fordern kein öffentliches Geld ein. Ich finde dies skandalös.“
Ich finde es eher unverständlich, dass in einer Situation, in der in Biesenthal akut Betreuungsplätze für Kinder fehlen, das Engagement von Menschen, die dabei Abhilfe schaffen und Betreuungsplätze für eigene und fremde Kinder organisieren und finanzieren, diskreditiert und angegriffen wird.
Wenn Sie für Ihre Kinder eine andere Betreuungsform möchten, stehen 300 Ganztagsbetreuungsplätze in Biesenthal in den anderen Einrichtungen zur Verfügung, bzw. werden in den nächsten Jahren weitere mit öffentlichen Geldern geschaffen.

Ich bitte Sie und alle anderen:
Fragt doch einfach bei der Initiative direkt nach oder lest deren ausführliche Webseite:
waldkita-biesenthal.de
Wie schon an der Länge dieser Antwort zu sehen, ist das Forum nur mäßig geeignet, um solch tiefgehende Planungen und Entscheidungen angemessen zu bereden.

Um zu informieren und Fragen zu beantworten gab es im Laufe des letzten Jahres mehrere MOZ-Artikel, in dem das Vorhaben ausführlich vorgestellt wurde. Zudem war es 2018 mehrfach jeweils im Hauptausschuss, im Bauausschuss, im Sozialausschuss und in der SVV ein ausführlich debattiertes Thema.

Zum nachlesen:
moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1644871/
moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1656339/
moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1674752/
moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1681803/

Warum Naturpädagogik so toll ist wissen Sie
- entweder aus Ihrer eigenen Kindheit, weil auch Sie noch durch Wiesen und Wald streifen durften und zum Spielen rausgegangen sind
- oder können es hier nochmal nachlesen:
zeit.de/2015/34/natur-wald-entwicklung-kinder
oder in zahlreichen weiteren Fachpublikationen.


In diesem Sinne wünsche ich ein schönes, freudiges 2019 und Einweihungsfeiern und Grundsteinlegungen für alle Biesenthaler Kindergartenbauprojekte!

Christina Wendt

Lena Bonsiepen

28.12.18, 23:45

@ Rainer,

die „Amtskreise“ haben dich doch sicher auch darüber aufgeklärt, dass die Stadt für jedes Biesenthaler Kind, das in der Kita eines freien Trägers betreut wird, die Betriebskosten zu zahlen hat. Das ist keine freiwillige Leistung, sondern Gesetz.

Für die Waldkita wurden 30.000 € Betriebskosten im Haushaltsplan vorgesehen: 18 Kinder x 12 Monate x 140 €. Das ist das Maximum der Kosten, die entstehen können. Wie viel davon tatsächlich ausgezahlt wird, wird sich am Ende des Jahres herausstellen. Auch z.B. für die Kita St. Martin sind die Betriebskosten im Haushaltsplan vorgesehen: 293.000 € (Seite 44 des Haushaltsplans 2019), das sind 160 € pro Kind und Monat.

Die weiteren 30.000 € für die erstmalige Herrichtung der Aufenthaltsbereiche sind eine freiwillige Leistung der Stadt, die – sollte sie beschlossen werden – als Starthilfe für eine Form der Kinderbetreuung gegeben wird, die von vielen Eltern nachgefragt ist, schneller als jeder herkömmliche Bau in Betrieb gehen kann, weniger Betriebskosten verursacht und deshalb von der Stadt beim momentanen Mangel an Kitaplätzen begrüßt werden sollte.

Lena Bonsiepen, Haushalts- und Sozialausschuss

Rainer

27.12.18, 17:47

Frau Rafoth,

Jetzt muss ich nochmal nachhaken. Aus Amtskreisen heißt es, dass der Spaß uns sogar rund 60.000,-€ kostet! Wer sagt denn hier nun die Wahrheit? Dann wurde mir erklärt, dass im Waldkindergarten "Sägespäneklos" entstehen. Gibt es solche auch in unseren anderen Kindertagesstätten? Wohin machen die Kinder denn jetzt aktuell wenn sie mal zur Toilette müssen?

Warum hat denn Ihre Einrichtung nicht wie andere Tagesstätten geöffnet? Ich habe nichts dagegen, wenn sich Leute was ausdenken und Ihre Ideen für ihren ganz persönlichen Spaß umsetzen. Mehr ist das nicht, denn wirklichen Nutzen für die Allgemeinheit sehe ich nicht. Dann aber bitte finanzieren Sie sich selbst und fordern kein öffentliches Geld ein. Ich finde dies skandalös.

Marlies

Biesenthal

17.12.18, 20:33

Hallo Frau Rafoth,

Warum soll die Stadt überhaupt Geld für eine KITA zahlen die letztlich kaum Jemandem nutzt? Die Öffnungszeiten erlauben keiner arbeitenden Mutti das Kind bei Ihnen betreuen zu lassen. Die 30.000,-€ sind nicht zu rechtfertigen! Letztlich ist es unser aller Geld. Warum öffnen Sie die KITA nicht wie alle anderen Einrichtungen der Art? Dann erbringen Sie für die Allgemeinheit wirklich einen Nutzen und nur dann sollte es auch Geld bzw. Unterstützung von der Stadt geben.
Ich möchte noch eine Frage hinzufügen. Wie viele Kinder aus Biesenthal sind bei Ihnen in Betreuung und wie viele von Außerhalb?

Marlies

Catharina Rafoth

Biesenthal

16.12.18, 15:06

Hallo Rainer,

nein, es stimmt nicht, dass bereits 30T Euro an Kosten für die Stadt entstanden sind. Die Stadt hat keinerlei Kosten für den Aufbau der Waldkitagruppe getätigt.

In den Haushalt 2019 wurde eine Summe von 30T Euro eingestellt, die als Kosten für die Herrichtung von öffentlich zugänglichen Waldplätzen, die die Waldkitagruppe nutzen möchte, geschätzt werden. Eigenleistungen der InitiatorInnen werde hier erfolgen, so dass sich diese Kosten noch reduzieren. Die Folgekosten zur Instandhaltung werden vom Amt auf 1.500-2.000€ jährlich geschätzt.

Alle anderen Fragen wurden bereits in den verschiedenen Gremien der Stadt vielfach diskutiert. Auch die Waldkitagruppe muss, um die Betriebserlaubnis zu erhalten, die geltenden Anforderungen erfüllen.

Für weitere Rückfragen stehen wir gern telefonisch oder per Mail zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen von der Waldkitagruppe,
Catharina Rafoth

www.waldkita-biesenthal.de

Rainer

Biesenthal

13.12.18, 23:47

Einige Fragen zum Waldkindergarten:
Stimmt es, dass für diesen bereits 30.000,-€ an Kosten für die Stadt und damit uns als Bürgern entstanden sind?

Welche Folgekosten, z.Bsp. regelmäßige Baumpflege, entstehen der Stadt?

Wie sieht es mit den hygienischen Verhältnissen dort aus? Sind diese so wie an anderen Kindertagesstätten gefordert hergerichtet, auch in der Anzahl?

Der Kindergarten soll lediglich von 08:30 bis 14:30Uhr offen haben-welchen berufstätigen Eltern nutzt das? Warum fördern wir dies dann? Wenn es Geld von der Stadt für so etwas gibt, dann muss doch ein wirklicher Nutzen für die Stadt entstehen oder nicht? Verstehe ich nicht so recht. Aber vielleicht bringen die Antworten ja mehr Verständnis.

Rainer