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Frühling im Garten

Elisabeth Eschmann

Tannenweg 9

04.05.20, 07:03

Liebe Biesenthaler,

bald sind die Eisheiligen vorbei und wir können im Garten so richtig loslegen. Egal ob es ein trockenes oder feuchtes Jahr wird, irgendwas gedeiht immer und irgendetwas nicht. Also wähle ich möglichst Pflanzen mit unterschiedlichen Bedürfnissen aus. Im Frühjahr finden Bienen und Hummeln eigentlich genügend Nahrung. Bäume und Sträucher blühen prächtig. Schwer wird es für sie im Sommer, besonders im Übergang zum Herbst. Wählt man die richtigen Pflanzen aus, hat man vom zeitigen Frühjahr bis in den Winter immer etwas Blühendes im Garten.
Deshalb haben wir zum Beispiel Blumensamen in Abstand von vier Wochen ausgebracht.

Als Grundregel kann man sagen, sollten die Pflanzen keine gefüllten Blüten haben, dort kommen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge mit ihren Rüssel nicht hinein.

Am besten sind natürlich einheimische Pflanzen, und hier stehen Wildpflanzen (Samen kann man bei speziellen Anbietern kaufen) an erster Stelle. Viele Wildbienen sind auf ganz bestimmte Wildblumen speziealisiert (manchmal sogar nur auf eine einzige Pflanzenart). Auch unsere Schmetterlinge sind davon abhängig (die Raupen des Tagpfauenauges zum Beispiel brauchen Brennnesseln). Gut wäre eine Ecke, in der man die Natur walten lässt. Ist die noch verbunden mit einem Totholzhaufen (für Igel und Nestbau des Rotkehlchens sehr attraktiv) und einem kleinem Steinhaufen, wäre es ideal.

Wer ein Smartphone hat, kann sich kostenlos eine Pflanzen app herunter laden. Die sind zur Bestimmung sehr gut geeignet und machen richtig Spaß. Wer keines hat, ich habe auch zwei sehr gute Internetseiten gefunden:
www.pflanzen-bestimmung.de/

naturschutz.ch/hintergrund/wissen/an-den-rosetten-sollt-ihr-sie-erkennen/112781

Pflanzen besser in Gärtnereien (hier wird man auch stets gut beraten) kaufen statt im Discounter und Baumarkt. Dort sind sie zwar billig, aber meist voller Pestizide und nicht gerade robust. Das einzige, worüber man sich kurz freuen kann, ist der Preis. Aber was nützt einem der, wenn die Pflanzen unsere Insekten töten statt sie zu ernähren.

Gifte jeglicher Art soll man vermeiden. Dazu gehört auch das Schneckenkorn. Zwar fressen Igel dieses nicht, dafür aber Schnecken und dabei können sie sich vergiften.
Auch Ameisengift ist schädlich. Ameisen lockern den Boden auf und tragen zur Humusbildung bei. Zeitweise haben wir ganz kleine sogar in der Wohnung. Ich fege sie auf und bringe sie nach draußen. Mehr tue ich nicht, denn der Spuk hört von ganz alleine wieder auf.

Über Blattläuse braucht man sich nicht zu ärgern. Wir haben immer besonders viele am Mohn und an Kornblumen. Pflanzen können meist damit gut umgehen und erholen sich schnell. Es gibt auch viele Insekten, die helfen, sie zu vernichten. Dazu gehören der Marienkäfer und der Ohrwurm, der auch Spinnmilben und Schneckeneier frisst. Auch füttern zum Beispiel Blaumeisen ihre Jungen damit.

Wer es sich zeitlich leisten kann, sollte morgens gießen, auch nicht täglich, dafür aber viel. Bei großer Hitze mögen die Pflanzen abends eiskaltes Wasser nicht so sehr. Und da Schnecken bekanntlich und gemeinerweise nachts aktiv sind, finden sie auch keine feuchten Stellen und lassen unsere Pflanzen in Ruhe.
Ein Rasensprenger eignet sich für Bäume und Sträucher nicht so gut, es verdunstet zu viel von dem kostbaren Nass, besser man gießt mit einem Schlauch gezielt an den Wurzeln.
Wenn man Rasen sparsam gießt, ziehen sich die Wurzeln tiefer in die Erde. So wird er robuster.

Bei Trockenheit Rasen nicht so oft mähen, er verbrennt sonst regelrecht. Den Rasenschnitt kann man gut unter Sträucher legen (nicht zu dick), dann trocknet der Boden nicht so schnell aus und ist außerdem ein guter natürlicher Dünger. Allerdings sollte man keine samentragenden Gräser nehmen, da die sich aussäen können.

Im folgenden Link finden Sie ganz unten eine Pflanzenliste, die gut mit Trockenheit zurecht kommen:
pflanzart.de/?p=2746

Unbedeckte Erde trocknet sehr schnell aus. Je dichter etwas bepflanzt ist, desto weniger muss man gießen, die Pflanzen schützen sich gegenseitig vor Austrocknung. Langsam kommen auch in Deutschland sogenannte Kraterbeete in Mode. Näheres darüber finden Sie im folgenden Link:
www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/grundlagen/elemente/26033.html


Ich würde mich freuen, wenn ich Ihr Interesse, etwas für unsere Umwelt und auch uns selbst zu tun, geweckt habe. Fangen Sie einfach an und Sie werden staunen!
In diesem Sinne viele Grüße von Elisabeth Eschmann